Irland Industriekaufleute

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Über viele Jahre hinweg war es für die angehenden Industriekaufleute EU bei dem zu ihrer Ausbildung gehörenden 3-monatigen Auslandspraktikum nach Llangollen in Wales gegangen. Aufgrund des im Raum stehenden Brexits und der dann möglicherweise ausbleibenden Förderung mit Mitteln aus dem EU-Programm Erasmus+ musste nach einer neuen Partnerorganisation, mit der das Auslandspraktikum und ein Sprachaufenthalt in einem englischsprachigen Land der EU geschultert werden kann, Ausschau gehalten werden. Klar, eigentlich kommt dann nur noch Irland in Frage, und so waren auch die Englisch-Lehrer Iris Baecker und Robert Sabel äußerst zufrieden damit, noch rechtzeitig im Spätherbst 2018 vor dem drohenden Brexit einen Kooperationsvertrag mit der „Shannon Academy“ in Athlone in der Republik Irland abschließen zu können.

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Mit Spannung erwartete daher auch das für die Industriekaufleute EU verantwortliche Organisationsteam um Iris Baecker, Dirk Franke, Petra Pfeiffer und Robert Sabel den Erfahrungsbericht der ersten Schülergruppe, die gerade frisch heimgekehrt von ihrem dreimonatigen Auslandspraktikum in Athlone war und die jetzt am 04. Juli auch ihre Erfahrungen an die jetzige Unterstufe weitergeben wollte. Die jetzige Unterstufe wird dann ihrerseits im Frühjahr 2020 in die Republik Irland aufbrechen. 

Klar, da gab es viel zu berichten, und natürlich hatten die Teilnehmer oft ganz unterschiedliche Erfahrungen gesammelt und konnten jetzt manchen wertvollen Tipp geben.

Mit der Fähre oder dem Flugzeug nach Irland?

Irland ist kein Nachbarland von Deutschland, und der Weg in den Westen des Kontinents braucht Zeit. Jessica, die mit einer Klassenkameradin den Weg über Amsterdam-Newcastle und dann von Großbritannien auf die irische Insel genommen hatte, brach trotzdem eine Lanze für diese Route: „Es war ganz schön, weil es schon ein kleines Abenteuer war, bis wir angekommen waren. Die Fähre ist halt ein bisschen teurer, aber dafür hat man auch ein Auto vor Ort.“

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Die Organisation durch die Shannon Academy

Klar, das war der erste Durchlauf mit der Partnerorganisation Shannon Academy, und das eine oder andere war da sicherlich noch verbesserungsfähig. Aber die Shannon Academy scheint sich offenbar ins Zeug zu legen. „Die Shannon Academy ist eine sehr nette Truppe, die organisieren alles. Man kann aber nicht erwarten, dass in Irland alles so durchgetaktet ist wie in Deutschland. Wenn jedoch Probleme auftreten sollten, tretet in Kontakt mit der Shannon Academy“, riet Janina ihren Mitschülern, die nächstes Jahr nach Irland aufbrechen werden.

Die Mentalität der Iren und damit auch die Mentalität der Deutschen

Einig waren sich alle Berichtenden darin, dass die deutschen Pünktlichkeitsvorstellungen auf der irischen Insel schnell an Grenzen stoßen. „Die Iren haben eine ganz andere Mentalität. Wir Deutsche gelten ja immer als pünktlich. Die Expressüberlandbusse hatten fast immer Verspätung. Die Iren sind vielleicht einfach nicht so genau. Man muss daher lernen, mit der anderen Kultur klarzukommen“, meinte Vanessa. Aber das schien manchmal auch Vorteile zu haben. So wies Katharina auf den Punkt hin, dass man dann im Praktikumsbetrieb - anders als in Deutschland - „auch nicht die Zeit dranhängen musste, wenn man zu spät war.“

Als ausgesprochen herzlich beschrieben die Heimgekehrten ihre Gastfamilien. „Der Umgang mit den Familien ist sehr herzlich“, hob Janina hervor. „Irische Mütter machen sich sehr viele Sorgen und sehen euch als eure Kinder haben. Die haben auch erst gar nicht verstanden, dass wir keine Ausgangssperre haben und sind wachgeblieben, bis wir wieder zu Hause waren.“ Ihre Klassenkameradin Melina wusste davon zu berichten, dass sie von der aufnehmenden älteren Dame wie eine Enkeltochter behandelt wurde und zu allen Familienfeierlichkeiten wie selbstverständlich mitgenommen wurde.

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Die Praktikumsstellen

Die Bandbreite der Praktikumsstellen war groß. Natürlich gab es zahlreiche Praktikumsstellen in der Gastronomie und im Hotelgewerbe, aber auch ein Praktikum im Zoo von Athlone, auf einem River Boat oder im örtlichen Waffen-/Angelladen, obwohl „er den Kunden nicht helfen konnte, da er von Waffen und Angeln keine Ahnung habe“, so Max. Trotzdem sei er aber im Job besser gewesen als die regulären Angestellten – eine Einschätzung, die offenbar unseren Praktikanten vor Ort oft als Rückmeldung gegeben wurde.

Und was macht man in der Freizeit?

Irland – da denkt man natürlich gleich an die tolle Natur. Aber in der 23.000 Einwohner zählenden Stadt scheint doch einiges los zu sein. „Es gibt dort ein Kino und viele Pubs, da kommt keine Langeweile auf. Sicherlich: Nach 3 Monaten kennt man dann alles“, so Max.

Hat der Auslandsaufenthalt die angehenden Industriekaufleute vorangebracht?
Ohne Einschränkungen, da waren sich alle sicher – und das in Hinblick auf ganz unterschiedliche Aspekte. „Mir hat das im Englischen auf jeden Fall etwas gebracht. Man ist jetzt in der Aussprache besser und flüssiger“, lautete das Fazit für Alexander. Und Julia ergänzte: „Ich würde für mich sagen, dass man eine Person ist, die wirklich wächst durch einen Auslandsaufenthalt. Man lernt auch viel in der Sprache. Und man lernt höflich zu sein, denn die Iren sind ja sehr höflich.“

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Schön zu hören, dass offenbar auch für diesen Jahrgang der Industriekaufleute EU das Auslandspraktikum zu einer das Leben bereichernden Erfahrung geworden ist und ihre Erfahrungsberichte dazu beitragen konnten, das vielleicht noch bei manchen der Unterstufenschüler aus der I1B bestehende komische Gefühl vor der Herausforderung des Auslandspraktikums abbauen zu können. Auch wenn die Frage danach, wie es denn mit gutem Brot aussehen würde, nur mit einem lauten „TOASTBROT!“ beschieden wurde.

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