Fahrt nach Brühl

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Gestalter unternehmen eine Zeitreise in das 18. Jahrhundert

Zwei beeindruckende Schlösser, anstelle eines „langweiligen Museumsbesuches“, haben die GGF2A, 2B und die GMF2 am 30. April. 2019 in Brühl besichtigt. Unser erster Blick nach dem Ausstieg aus dem Bus richtete sich auf das atemberaubende Schloss Augustusburg, welches sich prunkvoll auf einem majestätischen Platz präsentiert. Jedoch sollte dieses Schloss nicht die erste Erkundungsstätte auf der Exkursion sein. Zunächst gingen wir 2,5 Kilometer vom herrlichen Schloss durch ein grünes Wäldchen, das unseren Spazierweg schließlich vor einem edel anmutenden Tor, welches ein großes goldenes A zierte, abschloss. Hinter diesem Tor begrüßte uns bereits Falkenlust, ein kleines, idyllisches Jagdschloss, als seine Gäste. Mit Hilfe eines Audioguides - jede Person bekam eines dieser Geräte - konnten wir das Rokokoschloss eigenständig erkunden. So erfuhren wir, dass das Schloss Falkenlust eine Ergänzung vom großen Schloss Augustusburg ist und als intime Ruhestätte diente, aber auch als Familien- und Freundestreffpunkt und ebenfalls als Jagdtreff benutzt wurde. Nach jeder Falken- und Reiherjagd kehrten die Eigentümer stets zu ihrem schlichten und doch edlen Schloss zurück, wo sie dann das fertig angerichtete Mahl verspeisten. Durch die aufwändig ausgestatteten Kabinette haben Dichter ihre Inspiration entdeck; vermutlich hat das Spiegelkabinett – einer der aufwändigsten Räume des Schlosses – den jungen Amadeus Mozart sogar zu einem neuen Werk inspiriert. Auch wenn alles im Schloss friedlich und harmonisch wirkte, so hatte es doch ebenso seine Schattenseiten: Bei einem köstlichen, gemeinsamen Mahl mit einem sehr guten Freund der Familie brach ein Streit aus, entstanden durch eine Falschplatzierung seines Pferdes im, zum Schloss gehörenden, Stall. Die Auseinandersetzung eskalierte und endete nach einigen Tagen mit der Ermordung des Freundes!

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Nach der Besichtigung traten wir unsere kleine Wanderung zurück zum Schloss Augustusburg an. In der Pause konnten wir entscheiden, die Stadt Brühl zu erkunden oder die prachtvolle Schlossanlage des Schlosses Augustusburg zu besichtigen, wozu das sonnige Wetter an diesem Tag einlud. Anschließend nahmen wir an einer Führung durch das Schloss teil. Zu Beginn wurde uns erklärt, dass dieses Schloss - heute Welterbestätte - eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg abbekam. Dies führte dazu, dass ein Teil des Schlosses zerstört wurde, wodurch kostbare Einrichtungsgegenstände verloren gingen, welche von Künstlern später nachkonstruiert wurden. Nach der Besichtigung einiger Räume wurde uns die Hauptattraktion der Sommerresidenz gezeigt: Das große, prunkvolle Treppenhaus ließ allen den Atem stocken. Mit seiner Dynamik, Eleganz und Farbe erscheint es mächtig und zugleich glamourös für jeden Besucher. Es war im Barock die Empfangshalle der hochrangigen Besucher, die dort begrüßt wurden. Selbst Queen Elisabeth II wurde hier schon in Empfang genommen. Das Gefühl der Bewunderung für die Empfangshalle vermag man nicht mit Fotos und Videos wiederzugeben. Man muss selbst dort stehen und die Stufen hochgehen, um es zu erleben. Im zweiten Stockwerk angekommen, begrüßt einen die großflächig bemalte Himmelsdecke, die mit ihrer Abbildung wie eine Kuppel in der Decke wirkt, jedoch keine ist. Durch ihre richtig gesetzten gewölbten Figuren entsteht eine optische Täuschung, die uns denken lässt, dass die flache Decke eine nach oben gewölbte Abbildung ist. Dies aber nicht die einzige Täuschung im Schloss. Manche Türen und Fenster führen nirgendwohin. Sie wurden an bestimmte Orte platziert, um durch perfekte Optik ein angenehmes Wohlbefinden der Gäste zu erschaffen.

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Im Barock war Aufsehen zu erregen und nach dem Besten zu sterben vorrangig. So hatten die Insekten- und Naturmotive auf dem Porzellangeschirr ihre Funktion darin, die hohe Intelligenz und das Forschungsinteresse des Gastgebers zu präsentieren. Beim Rundgang durch die vielen Räume verlor man allmählich die Orientierung im Schloss. Nur der herrliche Blick aus den großen Fenstern zum prächtigen Garten wies uns darauf hin, wo wir uns gerade befanden.
Wenn der Eigentümer Clements Augustus Besuch empfing, durften die Bediensteten übrigens nicht durch dieselben Türen wie er gehen, um Unannehmlichkeiten zu vermeiden. So hatte jedes Zimmer „unsichtbare“ Türen und dahinter Gänge, wodurch das Personal eilen konnte, während der Gastgeber mit seinem Gast in seinem Schloss unbehelligt davon blieb. Im Erdgeschoss gab es viele Räume mit weiß-blau gefliesten Wänden, die für warme Sommertage zur Abkühlung dienten, beispielsweise das Esszimmer. Clemens Augustus stammt ursprünglich aus Bayern, weshalb er die blau-weißen Kontraste nicht nur zur Abkühlung verwendete, sondern auch als Widerspiegelung von Bayern.
Schließlich endete auch die letzte Führung in den beiden Schlössern. Es sind sehr viele Eindrücke übriggeblieben, die keine Fotos und Videos wiedergeben können. Eine Besichtigung in einem Schloss bleibt viel besser im Gedächtnis, als es „trocken“ im Unterricht zu besprechen und nur Bilder davon zu sehen. Ein beeindruckender und schöner Tag, an den wir uns noch lange erinnern werden!

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(Text: Carmen Naber, Fotos: Eric Schmidt, GGF 2A)

 

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