Biologischer Anbau

Letmathe 007

Die Fachoberschule für Agrarwirtschaft bereitet sich auf den Tag der offenen Tür vor.

Sicherlich, bis zum Tag der offenen Tür am 09. Februar ist es noch ein bisschen Zeit. Aber damit dann auch pünktlich zum Tag der offenen Tür der Frühling mit dem gewohnten Meer von Frühblühern im Atrium des Berufskollegs ausbrechen kann, begann die Klasse 11 der Zweijährigen Fachoberschule für Agrarwirtschaft, Bio- und Umwelttechnologie schon frühzeitig im September 2018 mit der Aufzucht von Stiefmütterchen und Hornveilchen.

selbst gezogenes Stiefmütterchen

Jetzt, unmittelbar vor dem 1. Advent, stellten nun die Schüler vor Ort an der Abteilung Land- und Gartenbau in Letmathe die verschiedenen Arbeitsschritte ihres umfangreichen Projektes vor.

„Am Anfang mussten wir die von einem Lieferanten bezogenen Jungpflanzen in Töpfe topfen“, berichtete Christian Groos. So können die Jungpflanzen an Größe zunehmen. Und natürlich gilt hier auch: Wo Pflanzen wachsen, muss mit Pflanzenkrankheiten und Schädlingen gerechnet werden. Klar, dass deshalb das Thema Pflanzenschutz einen breiten Raum im Fachunterricht bei Klassenlehrer Christian Woltmann einnahm. Und schnell erkannten die Schüler auch: Der Einsatz von Chemikalien stößt zunehmend an Grenzen, wie auch Schülerin Jana Kraft erläuterte: „Das Problem beim chemischen Pflanzenschutz ist, dass sich irgendwann Resistenzen bilden. Beim biologischen Pflanzenschutz ist das nicht der Fall, denn die Schädlinge werden einfach aufgefressen.“

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Deshalb wurden auch im November 2018 nützliche Schlupfwespenpuppen und Raubmilben ausgebracht, die von der im biologischen Pflanzenschutz spezialisierten Firma Sautter und Stepper GmbH/Ammerbuch bezogen wurden. Letztendlich geht es im biologischen Anbau auch darum, den Bestand ständig auf Schädlingsbefall zu kontrollieren. Ein Aufwand, der sich aber lohnt.

Lohnenswert ist dieses äußert praxisnahe Projekt aber auf jeden Fall auch für den Karriereweg der jungen Schülerinnen und Schüler, die für sich im weitesten Sinne alle eine Nähe zum Bereich Landwirtschaft bzw. Gartenbau reklamieren und später hier auch in diesen Bereichen beruflich tätig sein wollen. Aber die nächste Etappe heißt jetzt erst einmal für alle die Fachhochschulreife.

Dennoch: Der eine oder andere hat schon jetzt einen ganz klaren Beruf vor Augen: „Ich überlege Hufschmied zu werden“, berichtete Max. „Allerdings ist das heute kein anerkannter Lehrberuf mehr, deshalb brauche ich eine abgeschlossene Berufsausbildung, wie es sie hier z.B. als Berufsausbildung zum Landwirt in Letmathe gibt. Danach muss man zu einer staatlich geprüften Hufbeschlagschule, wie es sie in Dortmund oder in Schwaiganger in Bayern gibt. Übrigens kann man später von dem Beruf auch wirklich leben, denn als Amateursport ist Pferdesport in letzter Zeit immer populärer geworden“, fügte er hinzu.

Keine Frage, da bahnen sich durchaus interessante Karrierewege an, und der eine oder andere totgeglaubte Beruf aus grauer Vorzeit birgt vielleicht wieder Zukunftschancen.

(Text und Fotos: Clas Möller)