Landrat Thomas Gemke, die schulfachliche Dezernentin Sabine Breier, die Kolleginnen und Kollegen des Arbeitskreises der Schulleitungen der Berufskollegs Südwestfalen, Familie und Freunde, das Kollegium des Berufskollegs Iserlohn, Vertreter der heimischen Wirtschaft und verschiedener Institutionen, Pfarrer Thomas von Pavel, der Vorsitzende des Fördervereins – sie alle waren gekommen, um mit Oberstudiendirektor Bernhard Ingelbach am 30.01.2020 im Forum des Berufskollegs seine Verabschiedung in den Ruhestand zu feiern.

Sehr herausfordernd und facettenreich – so lässt sich mit Sicherheit das Aufgabenfeld eines Schulleiters beschreiben, wie dem Grußwort von Oberstudiendirektorin Ursula Wortmann-Mielke vom Arbeitskreis der Schulleitungen der Berufskollegs Südwestfalen zu entnehmen war. Und natürlich gehört auch zu einer gelungenen Verabschiedungsfeier, verschiedene Facetten der Persönlichkeit im Rückblick mitunter im heiter-frotzelnden Ton fürs Publikum herauszuarbeiten. Bernhard Ingelbach – unter anderem ein Ass im Schulrecht, das hatte sich damals wohl schnell bei den Kolleginnen und Kollegen im Arbeitskreis der Schulleitungen herumgesprochen, die gerne auf seine außerordentlich kompetenten Rechtsauskünfte zurückgegriffen hätten, so Ursula Wortmann-Mielke.

Aber Schulleitung darf sich nicht im Klein-Klein des Rechtes verstricken, das wusste Bernhard Ingelbach nur zu gut, und deshalb sprach auch der stellvertretende Schulleiter Thilo Hilbert von der „Wandlung des Bernhards zum Väterlichen“. „Wenn du ein Problem hast, kannst du immer zu ihm kommen!“, so buchstabierten denn auch Ralf Schlüter und Roman Wissenbach als zwei Hausmeister in ihrem äußerst vergnüglichen Theatersketch diese Facette von Bernhard Ingelbachs Rollenverständnis aus.

Eine Schule erfolgreich zu führen, so wie es der nunmehr (Fast)Pensionär tat, besteht letztendlich darin, dies alles mit dem großen Ganzen zu verbinden, wie den Ausführungen von Landrat Thomas Gemke zu entnehmen war: Neue Impulse zu geben in einer Welt, die sich verändert hat, die digital und global geworden ist, zudem das Bildungsangebot auszuweiten, die Schulentwicklung gemeinsam mit dem Kollegium voranzutreiben und eine der größten Bildungseinrichtungen des Märkischen Kreises mit etwa 3.000 Schülern und 164 Lehrerinnen und Lehrern zu leiten.

All diesen aktuellen Herausforderungen sei der zukünftige Pensionär immer sehr offen begegnet – so wie er auch die Schulentwicklung zuletzt u.a. in der Digitalisierung vorangetrieben habe, konnte denn auch die schulfachliche Dezernentin von der Bezirksregierung Arnsberg, LRSDin Sabine Breier, in ihrer Rede nur bestätigen. Zum Glück habe sich der Pensionär als junger Mann für den Lehrerberuf entschieden, denn es hätte ja auch alles anders kommen können: „Gut, dass Sie damals auf den Rat Ihres Vaters gehört haben, sonst würden wir hier heute gar nicht sitzen, denn sie wollten ja ursprünglich Astronomie und Astrophysik studieren.“

IngelbachVerabschiedung1Und so ist es dann ganz anders gekommen. Bernhard Ingelbach stand von 2009 bis eben jetzt Ende Januar 2020 auf der Brücke eines von mehreren Ozeanriesen, die unter dem Banner von MK Cruises fahren, so drückte es der Quasi-Pensionär in seiner Abschiedsrede selbst aus. Wie bei Kreuzfahrten auch, müsse der Captain auf Herausforderungen aller Art reagieren können, führte er weiter in seiner äußerst kurzweiligen Rede aus, die er mit einem gehörigen Schuss des ihm eigenen trockenen Humors garnierte. „Als ich damals die Leitung übernahm, drohte auf dem Schiff die Ausbreitung einer Epidemie: die Schweinegrippe. Deshalb sollten Flüssigseifenspender aufgestellt werden. Die waren aber bei unserem Haus-und-Hof-Lieferanten ausverkauft, und so legte ich kurzerhand die Rückbank meines Corsas um, fuhr mit unserem damaligen Hausmeister Herrn Seewald zu Aldi und wollte lauter Flüssigseife einkaufen. Die Kassiererin sagte dann aber an der Kasse: ,Ich darf das nur in haushaltsüblichen Mengen abgeben!‘, woraufhin ich dann entgegnete, ich wolle eine Schaumparty machen.“

Herzliches Lachen damals im Aldi wie auch am heutigen Tag über diese Anekdote in der Abschiedsrede unseres nunmehr ehemaligen Schulleiters im Forum des Berufskollegs! Die Seife gab es dann aber natürlich doch noch – die Schweinegrippe blieb dafür aus. Spannend sei die Zeit gewesen, so Bernhard Ingelbach mit Blick auf die zurückliegenden 35 Jahre am Berufskolleg des Märkischen Kreises in Iserlohn, aber gemeinsam hätte man alle Herausforderungen gemeistert! Bernhard Ingelbachs besonderer Dank galt daher Studiendirektor Thilo Hilbert und Studiendirektorin Sonja Leckelt, die ihn in den Schulleitungsaufgaben immer in außerordentlicher Weise unterstützt hatten.

IngelbachVerabschiedung2Die locker-flockige Moderation durch die beiden Conférenciers Thilo Hilbert und Christian Riedel, der musikalische Beitrag „Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unser Bernhard nicht“ nach dem Schlager von Drafi Deutscher aus den Kehlen des Arbeitskreises der Schulleitungen der Berufskollegs Südwestfalen sowie der amüsante Beitrag der „Elefantenrunde“ – all dieses wie auch die unterhaltsamen Gespräche beim gemeinsamen Imbiss zum Ausklang machten die Verabschiedung zu einer äußerst frischen und kurzweiligen Feierstunde.

Wir wünschen nun dem Pensionär alles erdenklich Gute zum verdienten Ruhestand, viel Freude mit der neu gewonnenen Zeit und vor allem Gesundheit!

Das Kollegium des Berufskollegs des Märkischen Kreises in Iserlohn

(Text: Clas Möller; Fotos: Kathrin Beermann)