Das Interview

wila interview

Ich wünsche mir junge Menschen, die offen und vielseitig interessiert sind.

Interview mit Thomas Autering, Marketingleiter bei WILA Lichttechnik GmbH, und Venta Chalupa, Schülerpraktikantin bei WILA

wila logo

WILA Lichttechnik GmbH ist ein Iserlohner Unternehmen mit fast 100 Mitarbeitern, das Leuchten für individuelle Lichtlösungen herstellt.


Herr Autering, ist WILA in gewisser Weise ein typisches Unternehmen der südwestfälischen Wirtschaft?

Thomas Autering:
Hierzu müsste man sicherlich vorab fragen, was typisch für die südwestfälische Wirtschaft ist. WILA ist ein mittelständisches Unternehmen mit fast 100 Beschäftigten hier in Iserlohn. Ursprünglich kommen wir wie viele Unternehmen in der Region aus der Metallverarbeitung. Gestartet hat das Unternehmen nämlich 1863 mit der Produktion von Messingblech-Rosetten für Bettbeschläge. Das heißt: noch vor der Erfindung der Glühlampe. Später haben wir dann Kronleuchter hergestellt. Heute ist WILA ein führender Spezialist für individuelle Lichtlösungen weltweit.

Wo liegen die Stärken eines mittelständischen Betriebes wie WILA?

Thomas Autering:
Wir bei WILA sehen uns insbesondere als Partner für individuelle Lichtlösungen. Individuelle Lichtlösungen, wie sie der Kunde wünscht, kann man aber nur realisieren, wenn alle Abteilungen zusammenarbeiten. Die Wege hier bei WILA sind kurz, die Hierarchien relativ flach. Jeder Mitarbeiter ist bei WILA aktiver Teil der Unternehmensentwicklung. Darin liegen unsere Stärken.

Was erwarten Sie insgesamt von einem Menschen, der bei WILA arbeiten möchte?

Thomas Autering:
Wenn ein Unternehmen Erfolg hat, dann liegt das am Zusammenspiel von qualifizierten Mitarbeitern und Management. Hier bei WILA arbeiten Spezialisten im Design, in der Entwicklung und der Herstellung modularer Innenleuchten. Aber auch Dienstleistungen für die Lichtplanung gehören dazu. Daher wünsche ich mir junge Menschen, die vor allen Dingen offen und vielseitig interessiert sind, um auch ganz neue Lösungen zu finden. Gerade die LED-Technik hat die ganze Lichtbranche massiv umgekrempelt. Aber ohne ein Team, das sich diesen Herausforderungen kreativ gestellt hat, wäre die Umstellung auf LED-Technik sicherlich nicht möglich gewesen.

Warum schätzt WILA Schüler des Berufskollegs des Märkischen Kreises in Iserlohn und auch insbesondere Schüler aus der Gestaltung?

Thomas Autering:
Ein Spezialist für individualisierte Lichtlösungen muss mehr bieten als ein ausgezeichnetes Produkt. So bestehen unsere Produkte aus modularen Systemen mit standardisierten Schnittstellen. Gegenüber unseren Wettbewerbern heben wir uns aber auch durch anspruchsvolles Design mit hoher funktionaler Qualität ab. Auch das wird hier vor Ort entwickelt. Bei Frau Chalupa, die ja angehende Gestalterin ist, erkannte ich gleich, dass sie gestalterisch, in gewisser Weise universell denkt. Ich konnte sie daher ohne Probleme im Marketing einsetzen und musste lediglich ihr Wissen und ihre Fähigkeiten auf das Unternehmen WILA übertragen. Letztendlich verfügt Frau Chalupa als Gestalterin über das Handwerkzeug, selbstständig Lösungen in der Zusammenarbeit mit anderen zu finden. Das ist in unserem Unternehmen unheimlich wichtig.

Venta, sechs Wochen deines Praktikums bei WILA sind nun schon um. Bei welchen Aufgaben konntest du dich als Gestalterin denn insbesondere einbringen?

Venta Chalupa:
Bei vielen Aufgaben, aber insbesondere bei der Entwicklung eines neuen Designs für einen neuen Produktpresenter für Pendelleuchten. Dabei konnte ich am kreativsten arbeiten. Es ging los von den ersten Scribbles, über ausgefeiltere technische 3D Visualisierungen bis zur finalen Idee, die jetzt auch umgesetzt werden kann. Ich konnte dabei viel designen – natürlich gab es auch Vorgaben.

Welche Arbeiten hast du noch übernommen?

Venta Chalupa:
Ich habe z. B. an der WILA-Themenbroschüre „Customised Solutions“ mitgearbeitet. In diesem Printmedium werden für den englischen Markt die am WILA Standort in Wantage/Großbritannien realisierten Sonderleuchten aufbereitet. Ich habe die Texte korrigiert, Bilder z. B. der Leuchten eingesetzt, alles farblich abgestimmt und das Layout gemäß den Corporate-Design-Richtlinien von WILA erstellt. Diese Arbeiten dienen auch als Grundlage für den Internet-Auftritt.

Was hat dir besonders gefallen?

Venta Chalupa:
Dass ich viel selbstständig arbeiten konnte und mich überall mit einbringen durfte.

Was war für dich ungewohnt?

Venta Chalupa:
Die Arbeitszeiten waren eine große Umstellung. Weniger die Aufgaben an sich. Das war ich ja durch den Unterricht gewohnt. Die Arbeit hat Spaß gemacht.

Was konntest du gleich im Betrieb umsetzen, was du schon in der Schule gelernt hast?

Venta Chalupa:
Eigentlich hat fast alles eine Rolle gespielt. Von allen Fächern war immer so ein bisschen dabei. Auch die Kenntnisse in den Bearbeitungsprogrammen, wie z.B. InDesign, Photoshop oder Illustrator waren hilfreich. Wichtig waren aber vor allen Dingen Fotografie und das Wissen über Gestaltungsregeln. Und natürlich Englisch, damit ich englische Texte ins Deutsche übersetzten konnte bzw. englische Texte korrigieren konnte.

Wird es dir schwerfallen, noch anderthalb Jahre die Schulbank an der Hansaallee drücken zu müssen?

Venta Chalupa:
Ich bin froh darüber, noch etwas Zeit zu haben, bevor es mit dem Arbeitsleben richtig losgeht. So weit bin ich noch nicht. Aber ich werde mein Praktikum in schöner Erinnerung behalten.

Die Fragen stellte Clas Möller – Berufskolleg des Märkischen Kreises in Iserlohn.

0