Magersucht

 – auch für Jungen eine Gefahr!

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Fachvortrag vor den Mittelstufen

Störungen des Essverhaltens, die in eine Magersucht münden können, sind bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet: 28,9% der Mädchen und 15,2% der Jungen weisen laut KiGGS-Studie des Robert-Koch-Instituts Symptome einer Essstörung auf. In der Gesellschaft wird Magersucht jedoch in erster Linie als „Frauenthema“ behandelt und die Magersucht bei Jungen und jungen Männern leider zu oft ausgeblendet. Da junge Männer darüber hinaus weitaus weniger von sich aus dazu neigen, Hilfe zu suchen, führt dies häufig dazu, dass ihnen vielfach nicht die notwendige ärztliche Behandlung zuteil wird. 

Aus diesem Grund haben der Jugendschutz und das Ordnungsamt der Stadt Iserlohn die Auszubildenden der Mittelstufen der Gestaltungstechnischen Assistenten damit beauftragt, eine aufmerksamkeitsstarke und überraschende Plakatkampagne zum Thema „Magersucht – auch eine Gefahr für Jungen!“ zu entwickeln. 

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Als Vorbereitung für den Einstieg in das Thema Magersucht konnte nun am 20. August 2015 als Expertin Dr. med. Gabriele Gerlach für einen Fachvortrag vor den Mittelstufen gewonnen werden. Dr. med. Gabriele Gerlach behandelt am LWL-Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Patienten mit krankhaften Essstörungen. Dabei machte sie einmal mehr in ihrem Vortrag deutlich, dass  ein mangelndes Selbstwertgefühl und eine Überbewertung von Gewicht und Figur und deren Kontrolle Kern des Problems sei. Insgesamt, so wurde in ihrem Vortrag auch deutlich, ist die Erforschung und Behandlung pathogener Essstörungen bei Mädchen und jungen Frauen weiter vorangeschritten als bei Jungen und jungen Männern. 

Klar sei jedoch, dass bei Jungen und jungen Männern der Weg in die Magersucht nur zu oft über den Sport erfolge – häufig über den Sport in den Fitnesscentern mit dem Ideal eines schlanken, muskelbepackten und durchtrainierten Körpers. Und anders als bei Mädchen käme als Handicap hinzu, dass ‚Jungs‘ Schwierigkeiten hätten, über Gefühle und Probleme zu sprechen.

Höchste Zeit also, mit einer Plakatkampagne das Thema Magersucht bei Jungen aus der Tabu-Ecke zu holen!

 (Text: Clas Möller, Bilder: Kathrin Beermann)


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