Eine pixelige Odyssee

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Nichts weniger als eine Weltpremiere, das war es, was nach den einführenden Worten von Schulleiter Bernhard Ingelbach das am 18. Juni im Forum des Berufskollegs versammelte Publikum erwartete und der somit auch seiner Freude Ausdruck verlieh, dass bereits zum zweiten Mal die Theater AG des Berufskollegs unter der Leitung von Roman Wissenbach und Ralf Schlüter in Zusammenarbeit mit dem Jugendschutz der Stadt Iserlohn eine selbst verfasste Farce zur Aufführungsreife brachte.

Außerordentlich gespannt auf diese Farce, die vor allen Dingen verschiedene Facetten von Spielsucht beleuchtete, zeigte sich denn auch Katrin Brenner, Erste Beigeordnete der Stadt Iserlohn, in ihrem Grußwort: „Ich bin wirklich gespannt. Ein selbst geschriebenes Theaterstück aufzuführen, das ist total beachtlich und mutig.“ Und da sie selbst Mutter von zwei „spätpubertierenden Kindern“ sei, hoffe sie auch, von der Veranstaltung etwas für zu Hause mitzunehmen.

Zweifelsohne belohnte die Theater AG das Publikum mit einer äußerst witzigen, tempovollen, mitunter auch schräg-komischen Komödie, bei der in den Hauptrollen ein computersüchtiger Junge (Dionys Polozek) ein tristes Teenagerdasein im Nebeneinander mit seinen automatenspielsüchtigen bzw. kaufsüchtigen Eltern (Rafael Bauer und Jasmin Czembor) führt. Der unfreiwillige Ausbruch aus dieser Tristesse geschieht dann, als dieser junge Computersüchtige während eines Computerspiels in seinen so geliebten Computer gezogen wird und er zusammen mit einem referatssüchtigen Mädchen (Nathalie Steinkühler) zu einer aufregenden und gefährlichen pixeligen Odyssee aufbrechen muss.

Während ihrer Odyssee treffen beide auf neue, aus diversen Computerspielen bekannte Gefährten wie Link (Kai Felthaus), Lara Croft (Shana Papke), Nico Bellic (André Bitter) und Ratchet (Kim Trinh). Natürlich sind auch gefährliche „Quests“ (Aufgaben) zu lösen, bevor ein Rückweg in die Realität überhaupt erst möglich ist.

Aber mit tatkräftiger Unterstützung des Theaterpublikums gelingt es, die Pixel so zu bündeln, dass selbst der mächtige Slenderman (Rafael Bauer), den das scheinbar übermächtige Böse gesandt hatte, um mit seinen Schergen (Dennis Hochgeladen, Zeynep Kahraman, Natalie Pagowski, Romina Ortega) den Jungen und das Mädchen in seine Welt zu ziehen, besiegt werden kann.

Und so steht der Rückreise der beiden in die Realität auch nichts mehr im Wege, wenngleich die Banalität des Alltags, kaum dass sie in der Wirklichkeit zurück sind, rücksichtslos mit den Worten der Mutter „Ich sage es das allerletzte Mal: Das Essen ist fertig! Kommt aus eurer Zockerbude heraus!“ zuschlägt.

Die Einnahmen des Theaterprojektes kommen übrigens auch dieses Mal vollständig einem wohltätigen Zweck zugute.

Weitere Aufführungen:
Am 23. Juni 2015 um 10.30 Uhr und
am 25. Juni um 19.00 Uhr.

(Text: Clas Möller, Bild: Katrin Brenner)


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