Der Zyklus des Lebens

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Gunter von Hagens KÖRPERWELTEN & der Zyklus des Lebens

Provokation – oder ethisch-moralisch vertretbar?

Die Unterstufe der zweijährigen Höheren Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales besuchte im Dezember 2013 die Ausstellung „Körperwelten“. Körper von toten Menschen – ausgestellt und dargestellt in beinahe allen Situationen des Alltags, beim Sport, Spiel wie z. B. Schach und Sex: Ist eine solche Ausstellung eine Bereicherung für die Besucher, um den eigenen Körper besser kennen zu lernen und physiologische Abläufe genauer zu verstehen, oder verstößt sie nicht vielmehr gegen jedes moralische Empfinden?

Rund um die Welt besuchten bisher über 38 Millionen Menschen die Ausstellung ,,KÖRPERWELTEN & Der Zyklus des Lebens'' mit ganz unterschiedlichen Meinungen und Eindrücken. Auch wir, die Schülerinnen und Schüler der Unterstufe der zweijährigen Höheren Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales diskutierten die Frage: Fahren wir zur Ausstellung nach Bochum oder nicht? Wir entschieden uns für einen Besuch, der am 17. Dezember 2013 stattfand.

Unser Urteil: Die Ausstellung ist sehenswert, lehrreich und ermöglicht einen Einblick in den Körper eines Menschen und auch Tieres, der einzigartig ist. Fasziniert waren unsere Blicke auf die so echt und natürlich dargestellten Körper gerichtet. Gezeigt wurden Ganzkörperpräparate zu Bau und Funktionen von Händen, Beinen, Füßen, aber auch zu Muskeln, Sehnen, Bändern und Knochen des Menschen bei seinen verschiedenen Tätigkeiten.

Die Entstehung des Menschen von der ersten Schwangerschaftswoche bis zum neunten Monat von „Angesicht zu Angesicht“ sehen zu können und die Ausstellung von Embryos in ihren verschiedenen Entwicklungsstadien schockierte einige von uns zutiefst. Dennoch war das Ansehen dieser Präparate unglaublich aufschlussreich, da wir die Menschwerdung bisher noch nie so gesehen hatten und nicht vorstellen konnten, selbst einmal so entstanden zu sein bzw. genauso ausgesehen zu haben.
Besonders für die Sportler unter uns war gerade der Anblick angespannter Muskeln von Sportlern unter der Haut eine interessante Erfahrung.

Aber auch für alle anderen gab es sehr viel zu sehen: Organe, die von Tumoren und Metastasen befallen waren, eine Raucherlunge, die sich aufgrund des Nikotins schwarz gefärbt hatte und anschließend mit Tumoren übersät war. Viele Raucher unter uns wurden angesichts der zerstörten „geteerten“ Lunge doch sehr nachdenklich.

Aufschlussreich war der Vergleich des Gehirn-Präparates eines gesunden Menschen mit dem eines an Alzheimer erkrankten Patienten, das aussah wie ein großer, aufgeweichter Schwamm.

Selbst diejenigen von uns, die dem Besuch zunächst skeptisch gegenüber standen, fällten zum Schluss ein positives Urteil, nicht zuletzt deshalb, weil diese Ausstellung aufgrund unseres Bildungsganges „Gesundheit und Soziales“ ein sehr praxisorientierter Unterricht war. Wir konnten in das Innere des Menschen blicken, was sicher auch ein Vorteil für die Schülerinnen und Schüler sein kann, die später im Bereich des Gesundheitswesens tätig sein möchten.

Unsere Exkursion hatte noch einen weiteren positiven Effekt: Es war unser erster gemeinsamer Klassenausflug. Wir sind uns ein Stück näher gekommen und haben uns besser kennen gelernt, sodass nun ein besseres Klassenklima herrscht und das Interesse an dem Bildungsgang nicht verloren geht.

Samantha Hesse BFS1D
(zweijährige Höhere Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales, Unterstufe)

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Quelle Bildmaterial : http://www.koerperwelten.com/de/bochum


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