Mode aus der Hölle

plakat ccc madeinhell

Mode made in hell – Podiumsdiskussion in Kooperation mit der VHS Iserlohn

„Große Auswahl und echt schick, das Leben ist so leicht mit..." - so heißt es in einem bekannten Slogan einer namhaften Textilkette.

Vor allen Dingen freut sich der Konsument über den niedrigen Preis. Aber kaum ein Konsument stellt sich ernsthaft die Frage, welche ökologischen Auswirkungen diese Spielart der globalen Arbeitsteilung mit sich bringt, geschweige denn, unter welchen Arbeitsbedingungen die Textilien hergestellt wurden.

Der Projekttag „Global denken – lokal handeln", den gemeinsam die VHS Iserlohn und das Berufskolleg des Märkischen Kreises in Iserlohn für Schüler des Berufskollegs erarbeitet hatten, hatte diese Fragestellungen konsequent beleuchtet.

Daher wurden an dem Projekttag am 21.06.2013 in den Räumen der VHS am Stadtbahnhof in Iserlohn zunächst in zwei Workshops, an denen die Umweltbeauftragten der Klassen teilnahmen, der Ursprung, die Produktionsbedingungen, Transportwege und die CO2-Bilanz von Konsumgütern (so auch von Textilien) ermittelt, die die Schüler in der vorhergehenden Woche gekauft hatten. Vor allen Dingen ging es natürlich auch um die Frage, wie man als Konsument verantwortungsvoll handeln kann.

Dass Antworten auf Fragen nach unserer Verantwortung und unseren Handlungsmöglichkeiten nicht immer leicht zu finden sind, zeigte sich in der abschließenden Debatte im Fanny-van-Hees-Saal der VHS Iserlohn, an der unter der Leitung von Andreas Herrmann (Berufskolleg des Märkischen in Iserlohn), Rebecca Kruse (Hempro GmbH & Co. KG/Düsseldorf), Bernhard Oberle (Verbraucherzentrale Iserlohn), Birgit Weinbrenner (Institut für Kirche und Gesellschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen) und Harald Eufinger (GRÜNE, dritter stellvertretender Bürgermeister der Stadt Iserlohn) teilnahmen.

Auf die Wichtigkeit von Siegeln wies Bernhard Oberle hin. Das Label „Fair Wear Foundation" stehe für Sozialstandards bei der Produktion von Kleidung und beinhalte auch unangemeldete Kontrollen vor Ort.

Letztendlich müsse man aber auch bei diesen Siegeln kritisch sein, merkte Rebecca Kruse an: „Es ist oft nicht einfach, die Strukturen zu durchblicken, wie Produkte hergestellt werden. Ich weiß nicht immer, wo das wirklich herkommt." Auch würde im Rahmen der Siegelverleihung z. B. nicht die Statik eines Gebäudes geprüft (beim Einsturz einer Papierfabrik in Bangladesch waren am 24. April 2013 über 1.000 Menschen ums Leben gekommen – die Redaktion). Auf Probleme bei der Kontrolle, insbesondere aufgrund der immensen Handelsströme, wies in diesem Zusammenhang auch Harald Eufinger hin.

Zu Recht wurde zum Ende der Diskussion von einem Schüler an die Debattanten die Frage gestellt, ob sie denn wüssten, wo und zu welchen Bedingungen ihre eigenen Kleidungsstücke hergestellt wurden. „Mein Kleid kommt aus Frankreich", gab zum Beispiel Birgit Weinbrenner an und sprach den Schülern ihr Lob für ihre kritischen Fragen aus: „Leute, die eine Botschaft vor sich hertragen, müssen darauf angeschaut werden, ob sie auch so handeln."

Und sie ergänzte: „Ich versuche danach zu handeln, aber ich schaffe es nicht immer." Letztendlich seien wir eben doch alle Opfer und Täter.

[Beteiligte Lehrer: Mirja Beutel (Planung), Marion Krewitt (Workshops), Andreas Herrmann (Podiumsdiskussion)]


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