Schulumweltwoche

umweltwoche 2012

Die Schulumweltwoche stand diesmal ganz unter dem Motto „Nachhaltigkeit geht durch den Magen". Deshalb gab es verschiedenste Angebote, die sich in der einen oder anderen Weise mit dem Thema Ernährung und Nachhaltigkeit auseinandersetzten.

Präsentation

Ihren Anfang fand die Schulumweltwoche am Montag mit der Präsentation verschiedener Filmsequenzen aus dem Film „We Feed the World". Nachdenklich wurden die Schüler, als sie erfuhren, dass allein in Wien jeden Tag eine so große Menge von noch nicht verdorbenem Brot weggeworfen wird, dass damit die ganze Stadt Graz versorgt werden könnte. Die Präsentation fand an drei verschiedenen Tagen statt und wurde insgesamt von zirka 400 Schülerinnen und Schülern aller Abteilungen besucht.

Workshop I

Außerdem gab es den ganztägigen Workshop „Umweltschutz von der Tankstelle". In Lateinamerika boomt der Anbau der afrikanischen Ölpalme. Daraus gewonnener "Bio"-Diesel und "Öko"-Strom soll eine deutlich bessere Klimabilanz als Energie aus fossilen Brennstoffen aufweisen. Doch ganz so einfach lässt sich Klimaschutz nicht erreichen: Die Verlagerung der Energieproduktion der Industrieländer auf Anbauflächen im globalen Süden verdrängt z. B. die kleinbäuerliche Landwirtschaft, gefährdet die Nahrungsmittelversorgung und bringt die Abholzung von Regenwäldern mit sich. Kreativ und spannend arbeiteten die Schüler die Konfliktlinien dieses neuen Nord-Süd-Konfliktes in einer simulierten Verhandlung am „internationalen Umweltgerichtshof" auf, bei der die Anwälte des Unternehmens EcoFuturoGlobal und der örtlichen Kleinbauern aufeinandertrafen.

Wellness umweltfreundlich – ein Wellnessprogramm mit umweltverträglichen Produkten, verbunden mit dem Angebot eines abschließenden Haarstylings mit einer professionellen Make-Up-Gestaltung durch die Friseurinnen unter Anleitung ihrer Fachlehrerin Susanne Röhling war das verlockende Angebot am Dienstag, den 24. April.

Workshop II

Am Mittwoch erarbeiteten die Schüler im Workshop „Klimaschutz, der schmeckt" mit Bernhard Oberle von der Verbraucherzentrale Iserlohn Aspekte des klimafreundlichen Kochens, beispielsweise die CO2-Bilanz von Importerdbeeren im Vergleich zu heimischen Erdbeeren. Es blieb jedoch nicht nur bei der puren Theorie, sondern im zweiten Teil der Veranstaltung setzten die Schüler mit Sandra Vaupel, Fachpraxislehrerin für Hauswirtschaft, ihr Wissen direkt in die Tat um: Die Schüler der FS 1b bereiteten Rosmarinkartoffeln mit Kräuterquark, einen Dip und Rohkostmöhren sowie einen Smoothie zu.

Podiumsdiskussion

„Tank oder Teller?" war die Leitfrage der Podiumsdiskussion am Donnerstag, bei der die Knappheit der fossilen Brennstoffe, das Energiesparen und Biosprit im Zentrum standen. So fragte Diskussionsleiter Andreas Herrmann Landwirt Ulrich Brinkmann, ob denn Landwirte nun zu den neuen Ölscheichs würden. Brinkmann stellte klar, dass es nicht möglich sei, den Energiebedarf in Zukunft durch Biotreibstoffe zu decken, so dass es nicht dazu kommen werde, dass die Landwirte die Rolle der Ölscheichs einnähmen.

Katja Breyer von der Projektstelle für Klimagerechtigkeit des Amtes für Mission, Ökumene und kirchliche Verantwortung hob hervor, dass die wichtigste Energiequelle das Energiesparen sei, da die Verdrängung von Anbauflächen für beispielweise Reis zugunsten von Palmölplantagen sowohl die Ernährungslage der örtlichen Bevölkerung als auch das Klima verschlechtere. Pfarrer Johannes Hammer unterstrich, dass es gleichzeitig nötig ist, eine Debatte darüber anzustoßen, ob man Lebensqualität an Konsum und Wohlstand festmachen kann. Der stellvertretende Bürgermeister Thorsten Schick (CDU) hob hervor, dass die Produktion von Biotreibstoffen in besonders effizienten Kreisläufen der heimischen Landwirtschaft nicht mit der Produktion von Palmöl zu vergleichen sei. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darin, dass jeder täglich gefragt ist, so viel Energie und fossile Brennstoffe wie möglich einzusparen.

Jobbörse

Abgeschlossen wurde die Umweltwoche am Freitag mit einem speziell für die Abteilung Technik zugeschnittenen Programm, das sich um „Energy Jobs" drehte. So informierte Thorsten Renz von der EnergieAgentur.NRW die Schüler über Berufsaussichten im Energiesektor. Anschließend fand die Jobbörse Umwelttechnik statt, bei der Jochen Pfänder (Max Pfänder Heizung Sanitär OHG/Iserlohn) und Rüdiger Hiltawsky den Schülern aufzeigten, welche Möglichkeiten in der Region bestehen, im Sanitärbereich oder im Bereich erneuerbare Energien eine Arbeitsstelle zu finden.


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