Freie Fahrt dank Biosprit?

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Ein Bericht zum Workshop „Umweltschutz von der Tankstelle?“

von Vivien Moraitidis, Umweltbeauftragte der BFS1A, Unterstufe der zweijährigen Berufsfachschule für Gesundheit und Soziales.

Wiederholung dieses Workshops im Rahmen der Schulumweltwoche vom 23.04. – 27.04.2012

Unser Workshop zum Thema „Umweltschutz von der Tankstelle?“ fand am 23. November 2011 statt. Eröffnet wurde er mit einer Kennenlernrunde, in der sich die Veranstalter und wir, Schülerinnen und Schüler aus den verschiedenen Fachrichtungen, vorstellten und wir unsere Erwartungen formulierten. So wurde aus dem noch unvertrauten Kreis schnell eine Arbeitsgruppe.

Wir wurden in vier Gruppen aufgeteilt und konnten zunächst im Rahmen eines Quiz zum Thema „Agrartreibstoffe“ unser Wissen prüfen. Vorgegeben waren Definitionen, zu denen wir entsprechende Begriffe finden mussten, so z. B. Fossile Brennstoffe und Energiegewinnung. Es gewann die Gruppe zwei und sie wurde mit einem Riegel Bio-Schokolade belohnt.

Nach dem Quiz sahen wir uns zunächst zwei Kurzfilme zum Thema Bio-Diesel und Bio-Ethanol. Vor allem der zweite Film schockierte uns. Allein die Tatsache, dass Natur und Menschen - wie z. B. in Südamerika - für die Produktion von Agrarkraftstoffen ausgebeutet werden, berührte uns. Wir erfuhren u. a., dass die Palmölplantagen auf den landwirtschaftlichen Flächen von Kleinbauern errichtet und die Kleinbauern dadurch erwerbslos werden.

Ein ähnlicher Fall wurde bei dem anschließenden Tribunalspiel inszeniert.

Das Thema war ein Gerichtsstreit zwischen der „Union de Cámpesinos de Valle Grande" und der Firma „Eco Futuro Global". Hierbei geht es darum, dass die Firma „Eco Futuro Global" auf den Flächen der Kleinbauern eine Palmölplantage errichten will. Diese sollen dafür entschädigt werden. Gegen diese Pläne klagt die „Union de Cámpesinos de Valle Grande", da sie befürchtet, dass den Kleinbauern die wirtschaftliche Grundlage entzogen wird.

In dem Prozess traten wir als Anwälte für eine der beiden Seiten auf und tauschten auf Grundlage von zur Verfügung gestellten Verträgen, Akten und Dokumenten zu diesem Fall Argumente aus. Eine der Veranstalterinnen übernahm die Rolle der Richterin, verkündete aber kein Urteil, sondern gab uns Gelegenheit, Vermutungen darüber anzustellen, wie der Prozess wohl in der Realität ausgehen könnte.

Der Fall war zwar erfunden, dennoch konnte man beim Feedback im Anschluss bemerken, dass alle sichtlich betroffen waren: Ein bedeutsamer Aspekt ist beispielsweise, dass ein Kind in einem Schwellenland ein ganzes Jahr satt werden kann von dem Mais, der für einmal Volltanken mit Bio-Sprit verwendet wird.

Was bedeutet dieses Ergebnis für unser Handeln?

Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, alle thematischen Aspekte zu berücksichtigen, die behandelt wurden - aber für interessierte Schülerinnen und Schüler besteht die Möglichkeit, an diesem Workshop „Umweltschutz von der Tankstelle?“ im Rahmen der Umweltwoche vom 23.04. – 27.04.2012 teilzunehmen.

Die Termine sind Montag, Dienstag und Mittwoch, jeweils von 08.30 – 13.45 Uhr.


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