Bankkaufmann/-frau

Die Berufsausbildung Bankkaufmann/-frau ist durch den Lehrplan für das Berufskolleg in Nordrhein-Westfalen Bankkaufmann/-frau vom 01.08.2004 geregelt. Wie in allen neu geordneten Bildungsgängen soll die Berufsschule nicht nur berufliche Grund- und Fachbildung vermitteln, sondern die vorher erworbene Allgemeinbildung erweitern; sie soll außerdem dazu befähigen, die vorgefundene Arbeitswelt und die Gesellschaft in sozialer und ökologischer Weise mit zu gestalten. In der Verordnung über die Berufsausbildung zum Bankkaufmann/zur Bankkauffrau werden Akquisition, Kundenberatung und Kundenbetreuung sowie Verkauf von Bankleistungen als Aufgaben gekennzeichnet, die sich in typischen Arbeitsgebieten spiegeln: Kontoführung, Zahlungsverkehr, Geld- und Vermögensanlage, Kreditgeschäft, Controlling, Organisation und Datenverarbeitung, Personalwesen, Revision und Marketing. Am Ende der Ausbildung sollen folgende Fähigkeiten erreicht sein: selbständiges und kundenorientiertes Handeln, institutsspezifische und kaufmännische Fachkompetenz, Fähigkeit zur kundenorientierten Kommunikation, Verkauf der Bankprodukte und Dienstleistungen entsprechend der unternehmerischen Zielvereinbarungen und der Kundenwünsche.

Während zu Beginn der 70er Jahre ein mittlerer Schulabschluss bei angehenden Bankkaufleuten erwartet wurde – vereinzelt gab es auch Hauptschüler mit guten Abschlusszeugnissen – sind die Anforderungen heute soweit gestiegen, dass die Bankkaufleute i.d.R. die Allgemeine Hochschulreife erreicht haben müssen. Erfreulich ist, dass in zunehmendem Maße Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe des Berufskollegs einen Ausbildungsplatz als Bankkaufmann/-frau erhalten haben.

Ziel beruflicher Bildung ist das Erreichen von Handlungskompetenz, die sich in den Dimensionen der Fach-, Human- und Sozialkompetenz erschließt. Diese drei Dimensionen werden gleichermaßen bestimmt durch Methodenkompetenz sowie Lern-und Sprachkompetenz. Die geforderten Kompetenzen beziehen sich aber nicht nur auf die Fähigkeit und Bereitschaft zur Lösung ökonomischer Probleme, sondern auch auf eine ökologische Kompetenz. Um Handlungskompetenz zu entwickeln, hat sich der Unterricht in der Berufsschule – hier im Bildungsgang Bankkaufmann/-frau – an Handlungen zu orientieren, die sich i.d.R. an beruflichen Aufgaben und Problemstellungen orientieren. Handlungsorientierter Unterricht ermöglicht ganzheitliche Lernprozesse im Sinne von Planung, Durchführung, Kontrolle und Auswertung. Deshalb soll es über die gesamte Unterrichtsdauer in zunehmendem Maße zu einer lernorientierten Unterrichtsgestaltung kommen, die auch einen fächerübergreifenden Unterricht ermöglicht. In der hier angestrebten Kompetenzentwicklung muss die berufliche Ausbildung Lernsituationen schaffen, deren Aufgabenbeschreibung und Problementwicklung sich an Theorie und Praxis des beschriebenen Ausbildungsberufes orientieren.

Der Unterricht im Bildungsgang umfasst den berufsübergreifenden, den berufsbezogenen Lernbereich sowie den Differenzierungsbereich, wobei die einzelnen Fächer der drei Bereiche weiter in Lernfelder aufgeteilt werden. Zum berufsübergreifenden Lernbereich gehören die Fächer Religionslehre, Politik/Gesellschaftslehre, Deutsch/Kommunikation und Sport/Gesundheitsförderung. Die Allgemeine Wirtschaftslehre, die Bankbetriebslehre, Rechnungswesen und Datenverarbeitung bilden den berufsbezogenen Lernbereich. Das Fach Englisch wird am Berufskolleg im Differenzierungsbereich angeboten. Die "Richtlinien und Lehrpläne" sehen jedoch auch andere inhaltliche Schwerpunkte für den Wahlbereich vor.

Die nachfolgende Übersicht gibt einen Überblick über Fächer und Lernfelder des berufsbezogenen Lernbereichs:

Allgemeine Wirtschaftslehre Bankbetriebslehre Rechnungswesen Datenverarbeitung

1. Ausbildungsjahr

Lernfeld:
Privates und betriebliches Handeln am rechtlichen Bezugsrahmen ausrichten
Lernfeld:
Konten führen
Lernfeld:
Unternehmens-leistungen erfassen und dokumentieren
Lernfeld:
Mit betrieblichen Informations- u. Kommunikations-systemen wirtschaftlich u. verantwortungsvoll umgehen
  Lernfeld:
Geld- u. Vermögensanlagen anbieten
 

2. Ausbildungsjahr

Lernfeld:
Modelle für Marktentscheidungen nutzen
Lernfeld:
Besondere Finanzinstrumente anbieten und über Steuern informieren
Lernfeld:
Kosten und Erlöse ermitteln und beeinflussen
 
  Lernfeld:
Privatkredite bearbeiten
   
  fakultatives Lernfeld    

3. Ausbildungsjahr

Lernfeld:
Einflüsse der Wirtschaftspolitik beurteilen
Lernfeld:
Baufinanzierungen und Firmenkredite bearbeiten
Lernfeld:
Dokumentierte Unternehmens-leistungen auswerten.
 
Lernfeld:
Auslandsgeschäfte abwickeln
 
fakultatives Lernfeld

Der Unterricht findet zur Zeit in 5 Blöcken von  ca. 6-7  Wochen statt.

Förderkurse und Maßnahmen:

Lehrer der Bankfachklassen bieten als Angebot des Fördervereins am Berufskolleg im Oberstufenblock einen Wiederholungskurs an, der auf die Kaufmannsgehilfenprüfung vorbereitet. Der Kurs läuft über etwa 10 Wochen und wird an zwei Wochentagen nachmittags (jeweils 3 Stunden) durchgeführt.

Der erfolgreiche Besuch des Bildungsganges endet im schulischen Bereich mit dem Berufsschulabschluss, im praktischen Teil mit der Kaufmannsgehilfenprüfung vor der IHK (Industrie- und Handelskammer).

Unabhängig vom Berufsabschluss wird der Berufsschulabschluss zuerkannt, wenn die Leistungen am Ende des Bildungsganges den Anforderungen entsprechen. Der Berufsschulabschluss ist dem Hauptschulabschluss nach Klasse 10 gleichwertig. Mit dem Berufsschulabschluss kann der mittlere Schulabschluss (Fachoberschulreife) erworben werden, wenn eine Berufsschulabschlussnote von mindestens 3,0 erreicht wird, die Berufsabschlussprüfung bestanden wird und die für die Fachoberschulreife notwendigen Englischkenntnisse nachgewiesen werden.

Anmeldung

Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.


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